Darmkrebszentrum

Darmkrebs ist heute mit Hilfe der modernen Medizin in vielen Fällen heilbar geworden und auch in fortgeschrittenen Stadien können oft gute Therapieoptionen angeboten werden. Dennoch stellt die Diagnose Krebs immer ein einschneidendes Ereignis dar und ist für Patienten und ihr Umfeld eine grosse, oft langwierige Belastung.

Es ist uns daher ein grosses Anliegen, die Patienten im Darmkrebszentrum Thun-Berner Oberland ganzheitlich und unter Berücksichtigung aller Lebensbereiche zu behandeln und zu begleiten. Hierbei gilt es nebst der medizinischen Betreuung – angefangen bei der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge – mannigfaltiger weiterer Aspekte Rechnung zu tragen. Denken wir beispielsweise an die seelischen Belastungen von Erkrankten und deren persönlichem Umfeld. Es können auch ganz reale, existenzielle Nöte entstehen, welche Betroffene zusätzlich an ihre Grenzen bringen.

Wir sind in der glücklichen Lage, dass uns die vorhandenen Strukturen die Möglichkeit bieten, unser Ziel mit Leidenschaft umzusetzen. Dank der gelebten engen Zusammenarbeit  und kurzer Kommunikationswege zwischen den verschiedenen Disziplinen und Berufsgruppen, kann eine individuelle, fachlich hochstehende und moderne Therapie angeboten werden. Die von uns angestrebte ganzheitliche Betreuung schliesst hierbei professionelle Unterstützung in allen Lebensbereichen des menschlichen Seins mit ein.

Um die Qualität unserer Behandlung von unabhängiger Seite regelmässig zu überprüfen und zu verbessern und auch die Strukturen laufend optimieren zu können, strebt das Spital Thun für 2020 die Zertifizierung als Darmkrebszentrum mit dem Label der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und als Label „European Cancer Centre“ an.

Kurzinformation zu Darmkrebs

Das kolorektale Karzinom (Dickdarm- und Mastdarmkrebs) ist in der Schweiz bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebsdiagnose. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten hat dieser Tumor jedoch eine relativ gute Prognose: Er ist im Frühstadium und teilweise auch in bereits fortgeschrittenen Stadien heilbar. Auch bei bereits vorhandenen Ablegern stehen in vielen Fällen gute Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Abklärung/Diagnostik

Spiegelung (Koloskopie)

Diagnostiziert wird der Dickdarmkrebs durch eine Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) mit gleichzeitiger Gewebeentnahme (Biopsie). Typisch für diese Art von Tumor ist, dass er im frühen Stadium keine oder nur diskrete Symptome verursacht. Daher kommt der Vorsorge eine grosse Bedeutung zu, zumal Vorstufen eines bösartigen Tumors während einer Koloskopie direkt entfernt werden können. Aus diesem Grund werden für alle Patienten, auch jene ohne Symptome oder Risikofaktoren, ab dem 50-igsten Lebensjahr die Kosten für einer Vorsorge-Spiegelung von der Grundversicherung übernommen.

Bildgebende Untersuchungen

Zur Beurteilung der Lokalsituation und zum Ausschluss von Ablegern wird nach der Diagnosestellung in der Regel noch eine bildgebende Untersuchung (Computertomographie und gegebenenfalls ein MRI) durchgeführt.

Tumorboard

Sobald alle Abklärungen und Diagnostikuntersuchungen vorliegen, treffen sich Spezialisten aller Disziplinen (Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Pathologie, Radiologie, Radioonkologie) am sogenannten „Tumorboard“, um ihre Expertise einzubringen und somit einen massgeschneiderten interdisziplinären Therapievorschlag für den Patient auszuarbeiten.

Behandlungen

Die für die Heilung massgebliche Therapie ist auch heute noch die chirurgische Entfernung des Tumors. Zusätzliche Behandlungen wie Bestrahlung, Chemo- oder Immuntherapien ermöglichen jedoch eine zusätzliche Verbesserung der Prognose. Damit kann beispielsweise das Risiko eines erneuten Auftreten des Tumors an derselben Stelle zu einem späteren Zeitpunkt (sogenanntes Lokalrezidiv) verringert werden. Oder solche Behandlungen können auch aus einer zuerst nicht-operierbaren Situation eine operable machen. Nebst verfeinerter Operationstechniken hat die Forschung insbesondere im Bereich der medikamentösen Therapie in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt – und weitere sind absehbar.

Nachsorge

Ein wichtiger Teil in der Behandlung von Darmkrebspatienten ist in aller Regel die Nachsorge. Hier geht es insbesondere darum, mittels Labortests, Darmspiegelung und bildgebenden Verfahren in regelmässigen Abständen sicherzustellen, dass keine Hinweise auf ein erneutes Auftreten des Tumors festgestellt werden können beziehungsweise eine stabile Situation erhalten bleibt. In der Regel endet die Nachsorge beim kolorektalen Karzinom bei unauffälligem Verlauf nach fünf Jahren.

Die Studienkoordination der Spital STS AG

Das Darmkrebszentrum am Spital Thun beteiligt sich aktiv an klinischen Studien sowie der Entwicklung von innovativen Medikamenten und neuen Technologien, um Krebs zu heilen. 

Die Ärztinnen und Ärzte können ihren Patientinnen und Patienten vorschlagen, im Rahmen der Forschung an einer nationalen oder internationalen klinischen Studie teilzunehmen.

Selbsthilfegruppen bieten ein wertvolles Netz zwischenmenschlicher Hilfe

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen in ähnlichen Lebenssituationen und mit denselben Anliegen zum Erfahrungsaustausch. Dieser eröffnet ihnen neue Bewältigungsmöglichkeiten, zum Beispiel im Umgang mit einer Krankheit. Die Teilnehmenden finden soziale Kontakte mit Gleichbetroffenen, Verständnis, Unterstützung, Ermutigung und Entlastung. Die Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse und werden nicht von Fachleuten geleitet.

Selbsthilfe BE bereitet die Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe zum Thema Darmkrebs vor. Sind Sie betroffen und interessiert?

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.
Unsere Beratungen sind kostenlos. Wir behandeln alle Anfragen vertraulich.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Selbsthilfe BE.

Team

Prof. Dr. med. Georg R. Linke

Leiter Darmkrebszentrum, Chefarzt Chirurgie Spital Thun

Dr. med. Maximilian von Pichler

Stv. Chefarzt Chirurgie Spital Thun

Dr. med. Manuel Zürcher

Leitender Arzt Viszeralchirurgie Spital Thun

Dr. med. Christian Ruis

Leiter Gastroenterologiezentrum Spital Thun

Dr. med. Andreas Frenzer

Praxis Gastroenterologie Thun

Prof. Dr. med. Ulrich Güller

Chefarzt Onkologie/Hämatologie Spital Thun

Spezialgebiete: Magen-Darmtumore, Prostata-, Blasen- & Hodentumore, Lungentumore, Immuntherapien, Durchführung klinischer Studien

Dr. med. Jean-Marc Lüthi

Senior Consultant Onkologie Spital Thun

Spezialgebiete: Brustkrebs, Lymphdrüsentumore, Multiples Mylenom, Magen-Darmtumore, Gynäkologische Tumore

Dr. med. André Wyss

Chefarzt Radiologie Spital Thun

Dr. med. Ruggero Biral

Leiter Gastroenteropathologie, Pathologie Länggasse Bern

Dr. med. Peter Messer

Leiter Radio-Onkologie Thun Berner Oberland AG

Dr. med. Franziska Wenger

Co-Chefärztin Psychiatrie

Dr. med. Kerstin Gentsch

Co-Chefärztin Psychiatrie

lic. phil. Barbara Stauffer

Psychologin Psychiatrische Dienste Thun

Dr. med. Christoph Ackermann

Stv. Chefarzt Onkologie/Hämatologie Spital Thun, Leiter Studienkoordination

Margit Bachmann

Studienkoordinatorin Onkologie Spital Thun

Isabel Lorenz

Studienkoordinatorin Onkologie Spital Thun

Rebekka Ott

Studienkoordinatorin Onkologie Spital Thun

Jacqueline Siebmann

Studienkoordinatorin Onkologie Spital Thun

PD Dr. med. André Schaller, ad interim

Inselspital Bern

Judith Luckmann

Stomaspezialistin Spital Thun

Susann Gerber

Leiterin Sekretariat Physiotherapie/Ernährungsberatung Spital Thun

Barbara Jenny

Koordinatorin onkologische Rehabilitation Spital Thun

Susanne Zurbrügg

Koordinatorin onkologische Rehabilitation Spital Thun

Dr. med. Anke Mols

Leitende Spitalfachärztin Palliative Care Spital Thun

Annalisa Zamperini

Sozialarbeiterin FH, Psychosoziale Beratung, Bernische Krebsliga

Heidi Kaderli

Selbsthilfe BE

Peter Schneeberger

ilco Schweiz, Schweizerische Interessengemeinschaft der regionalen Gruppen von Stomatragenden

Sprechstunden und Kontakt

 

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Weiterführende Informationen

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