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Gestern – heute – morgen: 10 Jahre spezialisierte Palliative Care-Station am Spital Thun

In diesem Monat feiert die spezialisierte Palliative Care-Station der Spital STS AG am Spitalstandort Thun ihr 10-jähriges Bestehen. Unter dem Motto «gestern – heute – morgen» wird die Geschichte von den Ursprüngen bis heute verfolgt und ein Blick in die Zukunft gerichtet.

Blick in ein Patientenzimmer der Palliativstation am Spital Thun

Auf der spezialisierten Palliativstation der Spital STS AG am Spitalstandort Thun werden Patientinnen und Patienten mit unheilbaren, fortgeschrittenen Erkrankungen wie Krebs, Herzschwäche oder Lungenerkrankungen behandelt. Aufgrund komplexer Symptome und häufig instabiler Krankheitsverläufe brauchen diese Patientinnen und Patienten ein hochspezialisiertes interprofessionelles Team. Ziel der Behandlung ist es nicht mehr, die Erkrankung zu heilen, sondern Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern, sodass die Betroffenen rasch wieder nach Hause oder in eine andere Betreuungseinrichtung entlassen werden können.

Gestern: Von der externen Palliativpflege zur spezialisierten Palliative Care-Station
Die Geschichte der spezialisierten Palliative Care beginnt 2003, als das Spital Thun eine spitalexterne Palliativpflege gründete, die sich überwiegend um krebskranke Patientinnen und Patienten zu Hause oder in Pflegeheimen kümmerte. 2019 wurde das Angebot unter dem Namen Mobiler Palliativdienst vom Spital Thun losgelöst und vom Verein Palliative Care Netzwerk Berner Oberland weitergeführt – bis heute.

Zur Ergänzung des Mobilen Palliativdienstes sollte ein stationäres Angebot entwickelt werden. Dr. med. Jean-Marc Lüthi, ehemaliger Chefarzt des Onkologie- und Hämatologiezentrums am Spital Thun, und Dr. med. Daniel Rauch, sein damaliger Stellvertreter, leiteten den Aufbau der Station. «Vor der spezialisierten Station betrieben wir acht Betten auf einer allgemeinen medizinischen Abteilung», erinnert sich Dr. med. Daniel Rauch. «Wir konnten wertvolle Erfahrungen sammeln und erkannten das grosse Bedürfnis für Palliativbetten. Wir realisierten aber auch, dass eine Mischstation von allgemeinmedizinischen und palliativen Betten aus verschiedenen Gründen mittel- und langfristig nicht die richtige Lösung war.»

«Wir wussten, dass die Errichtung dieser Station eine grosse Herausforderung darstellt», ergänzt Dr. med. Jean-Marc Lüthi, «Wie kann die Station finanziert werden? Finden wir genügend qualifiziertes Personal? Dank der uneingeschränkten Unterstützung der Spitalleitung und einem tollen Team konnten wir das Projekt zügig vorantreiben und die Station schliesslich am August 2016 im C-Haus eröffnen.» Auf die Eröffnung folgt nur zweieinhalb Jahre später die Zertifizierung mit dem Qualitätslabel von «qualitépalliative». Das Zertifikat bestätigt, dass die Station am Spital Thun sämtliche Qualitätsanforderungen einer spezialisierten Palliativstation erfüllt. Bis heute wurde die Station mehrmals rezertifiziert.

Heute: Eng vernetzt in der Region
Mittlerweile hat sich die spezialisierte Palliativstation am Spital Thun etabliert. Als Gründungsmitglied des Vereins Palliative Care Netzwerk Berner Oberland ist die Station eng mit Hausärztinnen und Hausärzten, der Spitex, dem Mobilen Palliativdienst und Pflegeheimen in der Region vernetzt. «Auf diese Weise stellt die Station eine kontinuierliche Betreuung beim Wechsel zwischen Spital, dem eigenen Zuhause oder einer betreuten Anschlusslösung sicher», erklärt Dr. med. Claudia von Felten, Leitende Ärztin Palliative Care.

Morgen: Eine alternde Bevölkerung und ambulanter Ausbau
Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die Bevölkerung wird immer älter, ihre Krankheitsverläufe werden komplexer. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, ist ein Ausbau der spezialisierten Palliative Care notwendig – sowohl ambulant als auch stationär. «Ich gehe davon aus, dass Palliative Care nicht nur am Lebensende, sondern zunehmend früher im Krankheitsverlauf wichtiger wird», sagt Claudia von Felten. «Deshalb wollen wir die Entwicklung einer «Early Palliative Care» stärken.» Ausserdem stehe die Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung im Fokus, indem der Mobile Palliative Dienst weiter ausgebaut und das Palliative Care Netzwerk professionalisiert werden.